Tropenkrankheiten – Risiken, Impfungen und Prophylaxe

Nach drei Jahren Asien hat es mich erwischt. Unvorstellbare Kopf- und Nierenschmerzen, Fieber, Schüttelfrost. Diagnose: Malaria!
Zwar habe ich sie mir nicht in Thailand eingefangen, sondern mutmaßlich auf Sulawesi in Indonesien, aber auch hierzulande gibt es noch Gebiete, in denen man infiziert werden kann.

Moskito

Moskito

Malaria

Malaria wird durch Parasiten (so genannte Plasmodien) verursacht. Übertragen wird die Krankheit durch die Anopheles Mücke – übrigens nur durch die weibliche. Es gibt unterschiedliche Malariaformen. Man unterscheidet die milden Formen, wie zum Beispiel die “Malaria tertiana” die ich an mir selbst erlebte, von der lebensgefährlichen Form der “Malaria tropica”. Nach der Infektion kann es im Zeitraum von 7 Tagen bis zu einem Jahr zum Ausbruch der Erkrankung kommen. „Eine Malaria verpasst man nicht!“, sagte meine behandelnde Ärztin, womit sie ausdrücken wollte, dass man deutliche Symptome spürt. Allerdings ist eine Malaria zunächst nicht eindeutig zu erkennen, denn grundsätzlich gibt es kaum Beschwerden, die nicht im Rahmen einer Malariaerkrankung auftreten könnten. Charakteristischerweise tritt ein hohes Fieber meist gemeinsam mit Kopfschmerzen, Schwäche, Schüttelfrost und Gliederschmerzen auf. Theoretisch tritt das Fieber bei der Malaria tropica täglich, bei der Malaria tertiana jeden dritten Tag (daher die Bezeichnung „tertiana“ = dreitägig) auf. Im weiteren Verlauf kann es bei der gefährlichen Form der Malaria innerhalb von Stunden zu Komplikationen kommen, die unbehandelt zum Tod führen können.
Es gibt noch keinen absolut sicheren Schutz vor Malaria! Der beste Schutz ist nach wie vor nicht gestochen zu werden. Das heißt vor allem in der Dämmerung lange Hosenbeine, Socken und lange Ärmel – außerdem Anti-Mückenspray benutzen. Bei Gebieten mit hohem Malariarisiko hilft eine konsequent und korrekt durchgeführte medikamentöse Prophylaxe, die aber auch keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Die Tabletten (Malarone, Lariam) haben teilweise starke Nebenwirkungen.
Die Städte und Touristenzentren Thailands (auch die Inseln Phuket, Samui, Phangan, Tao. Phiphi) gelten als malariafrei, als Risikogebiete gelten nach wie vor die Gebiete im Südosten an der Grenze zu Kambodscha und im Nordwesten an der Grenze zu Burma. Ebenfalls gefährlich sind die Gebiete im sogenannten goldenen Dreieck, Khao Sok Nationalpark und die Inseln Koh Chang und Koh Mak.

Japanische Enzephalitis

Die japanische Enzephalitis ist eine schwere Virusinfektionskrankheit. Sie kommt in einigen ländlichen Gebieten Asiens vor. In touristischen Gebieten kommt sie nicht vor. Enzephalitis bedeutet Schwellung des Gehirns. Übertragen wird der Virus auch durch einen Moskitostich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht. Es gibt milde Formen, die nur Kopfweh und Fieber verursachen. Schwere Formen führen allerdings in einem von vier Fällen zum Tod. Symptome der schweren Formen sind Fieber, steifer Nacken, Desorientierung, abnormale Bewegungen, Krämpfe und Koma. Bei längerem Aufenthalt ausserhalb grosser Ballungsräume ist eine Impfung empfohlen, wenn auch sie keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Geimpft wird per Spritze, eine Woche nach der ersten Injektion bekommt man die zweite Dosis und einen Monat später die dritte. Nach 2 Jahren sollte die Impfung aufgefrischt werden.

Hepatitis

Die Virus-Hepatitis, oder Gelbsucht, wird durch Viren verursacht,: Hepatitis A (oder Infektiöse Gelbsucht), Hepatitis B (oder Serum-Hepatitis) und Hepatitis C. Durch die Entzündung des Lebergewebes, die durch die Viren verursacht wird, sind die Beschwerden bei allen Formen der Hepatitis sehr ähnlich. Zu Beginn der Erkrankung kann es zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens, Dunkelfärbung des Urins, Hellfärbung des Stuhles und schließlich zur Gelbfärbung der Haut kommen. Der Krankheitsverlauf fällt individuell sehr unterschiedlich aus und wird von persönlichen Faktoren wie zum Beispiel Alter, Gesundheitszustand und Virus-Hepatitisart mitbestimmt. So kann es zu Hepatitisinfektionen mit nahezu keinen Beschwerden kommen, im Gegensatz zu Hepatitisinfektionen mit schweren Verläufen (vor allem bei älteren Menschen) bis hin zu Koma und Tod. Bei akuter Hepatitis existiert keine spezifische Behandlung.
Hepatitis A und B kann man sich durch verdrecktes Wasser und Lebensmittel einfangen. Man kann sich impfen lassen und sollte das auch in jedem Fall rechtzeitig vor Aufenthalten in Asien tun. Die Doppelimpfung mit dem Impfstoff Twinrix muss dreimal durchgeführt werden (Spritze im Abstand 1 Monat, 6 Monate) und schützt dann für 10 Jahre.
Hepatitis C überträgt sich ähnlich wie AIDS – also durch Körperflüssigkeiten. (So kann man sich übrigens auch an A und B anstecken!) Entsprechend sollte man sich schützen. Impfschutz gibt es nicht.

Tollwut

„Über dreißig Prozent aller Straßenhunde in Thailand sind mit dem Tollwut-Virus infiziert!“ erklärt mir Dr. Kanwar Singh beim Beratungsgespräch im Bangkok Hospital. „Viele glauben, dass Hunde mit Tollwut Schaum vor dem Mund haben und verrückt herum springen, aber das muss nicht sein ¬– man sieht das dem Tier meist nicht an.“
Im Zeitraum von 3 Wochen bis 3 Monaten nach der Bissverletzung kommt es zur Rötung mit einem Kribbeln der Bissnarbe, im weiteren Verlauf zu Krämpfen der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, Atemnot, Erregungszuständen und Herzlähmungen mit Todesfolge. Die Tollwut ist weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 60.000 Erkrankten. Die höchsten Erkrankungszahlen werden aus Südostasien gemeldet.
Eine Tollwut-Impfung ist insofern unbedingt zu empfehlen, weil Tollwut beim Menschen fast immer tödlich verläuft, wenn sie nicht sofort richtig behandelt wird. Wenn man tatsächlich von einem Tier gebissen wird, wird auch bei der Behandlung der Impfstoff injiziert, der Körper braucht allerdings rund zwei Wochen um Antikörper zu bilden. Bis dahin hätten die Erreger schon längst die Nerven befallen. Deshalb muss sofort nach dem Biss auch Immunoglobulin gegeben werden, um die Zeit bis zur Bildung eigener Antikörper zu überbrücken. Aber Immunoglobulin ist teuer und in Südostasien schwierig zu bekommen. Eine Impfung gegen Tollwut führt dazu, dass schon Antikörper gebildet werden. Trotzdem muss bei einem Biss noch mal mit dem Impfstoff nachgeimpft werden.
Die zweifache Impfung per Spritze kann etwas schmerzhaft sein, wird aber von thailändischen Ärzten dringend empfohlen, auch für Kurzzeiturlauber, denn Straßenhunde gibt es an jeder Ecke.

Dengue-Fieber

Denguefieber ist eine der durch Mücken am häufigsten übertragenen Viruserkrankungen. Dengue ist in Thailand weit verbreitet, mehr als 48.000 Menschen hatten sich 2007 hier infiziert, 47 sind daran gestorben. Die meisten Erkrankungen wurden im Süden (Yala, Pattani) und im Nordosten des Landes gemeldet. Allerdings erkrankten auch Touristen in Bangkok und auf Koh Tao im vergangenen Jahr.
Rechtzeitig erkannt lässt sich Dengue gut behandeln. Der Verlauf ähnelt der einer starken Grippe, es kann allerdings auch zu inneren Blutungen kommen. Fünf Prozent der Erkrankungen verlaufen tödlich.
Schützen kann man sich nur durch Sprays, Lotionen und lange Kleidung. Achtung: die Dengue-Übertragungs-Mücke ist auch tagaktiv!

Vogelgrippe

In Thailand gab es auch im Jahr 2007 vereinzelt bestätigte Fälle von Vogelgrippe.
Die ersten Symptome ähneln der einer „normalen“ Grippe: hohes Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Übelkeit.
Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es nicht. Das Ansteckungsrisiko für normale Touristen ist sehr gering. Urlauber sind nicht gefährdet, solange sie kein rohes Geflügel verzehren und auch keine ungekochten Eier. Bei 70 Grad stirbt der Virus nämlich ab. Von lebenden und toten Hühnern auf Märkten z.B. sollte man sich vorsichtshalber fernhalten.
Entgegen der landläufigen Meinung schützt die normale Grippeimpfung allerdings nicht vor Vogelgrippe!

Bitte beachten: eine verlässliche und fachkundige Beratung gibt es nur beim Arzt!
Ein kompetentes Impfzentrum findet man zum Beispiel im Bangkok Hospital:
Bangkok Hospital Medical Center
2 Soi Soonvijai 7, New Petchburi Road
Bangkapi , Huay Khwang Bangkok 10310
Tel. (+66) 2310-3000
Fax. (+66) 2318-1546
Email: info@bangkokhospital.com

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