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	<title>Mediawok Bangkok &#187; Regenzeit</title>
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	<description>TV &#38; Film Production - Bangkok</description>
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		<title>Schneeräumen in Bangkok &#8211; Jahreszeiten-Jammer einer Deutschen</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 11:18:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christinagrawe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asien Stories]]></category>
		<category><![CDATA[Bangkok]]></category>
		<category><![CDATA[Regenzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Südostasien]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin verwirrt. In meiner Kindheit waren die Jahre im Ablauf klar unterteilt. Es gab Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Vier klar definierte Jahreszeiten. Die Haupt-Events waren Geburtstag, Weihnachten und Ostern. An Ostern gab es Osterhasen und traditionell durften meine Freundinnen und ich dann das erste Mal im Jahr Kniestrümpfe statt Strumpfhosen tragen. Und Weihnachten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin verwirrt. In meiner Kindheit waren die Jahre im Ablauf klar unterteilt. Es gab Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Vier klar definierte Jahreszeiten. Die Haupt-Events waren Geburtstag, Weihnachten und Ostern. An Ostern gab es Osterhasen und traditionell durften meine Freundinnen und ich dann das erste Mal im Jahr Kniestrümpfe statt Strumpfhosen tragen. Und Weihnachten – völlig klar, immer kalt, Schnee, Christbäume. Strukturen wie „Sommer warm – Winter kalt“, die sich in ihrem Grundgerüst nie änderten.</p>
<h3>Nur drei Jahreszeiten</h3>
<p>Jetzt aber lebe ich seit fünf Jahren in den Tropen und alles ist anders. Meine Jahreszeiten hier: nur noch drei. Regenzeit, Trockenzeit, heiße Zeit. Regenzeit heißt: viel Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und Gewitter. Trockenzeit: kühle Temperaturen („nur“ 24 Grad). Und heiße Zeit, da ist es einfach superheiß, bis zu 40 Grad. Für die Thais sind das ihre klaren Strukturen im Jahr. Für uns Deutsche heißt es aber jahreszeitlich in Thailand eigentlich: immer heiß, immer alles grün! Ob mit oder ohne Regen, de facto habe ich hier keine Jahreszeiten mehr. So kommt es mir jedenfalls vor. Ich war auch seit fünf Jahren im Winter nicht mehr in Deutschland, lebe irgendwie außerhalb jeglicher Saison. Strumpfhosen besitze ich gar nicht mehr und nicht mal Kniestrümpfe.</p>
<h3>Weihnachten ist Weihnachten!</h3>
<p>Okay, woran also soll ich mich durchs Jahr hangeln, fragte ich mich nach einiger Zeit hier in den Tropen. Weihnachten und Ostern – das ist doch vom Wetter unabhängig, dachte ich. Und tatsächlich, Weihnachten ist auch hier Weihnachten! Ich war im ersten Jahr regelrecht erleichtert. Die Thais sind zwar fast alle keine Christen, aber egal, es gibt bunte Glitzerdeko, Weihnachstbäume und in allen Shoppingcentern dudeln die internationalen Christmas-Songs. So wie letzte Woche bei meinem Friseur! „It´s a cold cold winter …“ wurde abgelöst von „All I want for Christmas is you“. Unwillkürlich summte ich mit – bis ich realisierte: Moment, es ist Juli!! Juuuli! Sommer, nicht Winter. Oder meinetwegen Regenzeit. Definitiv aber nicht Weihnachten.</p>
<p>„You like?“ fragte mich der Friseur. Ich konnte – aus technischen Gründen beim Haare schneiden – nicht einmal fassungslos den Kopf schütteln. Einen Tag später im Baumarkt. Ein Plakat wirbt dort für den Beginn des – tja, nennen wir es mal – Sommerschlussverkaufs oder auch meinetwegen auch des Regenzeitschlussverkaufs. Die Kampagne lautet: „Cool winter promotions!“ Das Logo: Ein Eisbär im Schnee neben einem Christbaum. Was denn nun? Winter im Sommer? Es ist doch weltweit Sommer oder etwa nicht? Und warum überhaupt ein Weihnachstbaum im Juli?</p>
<p>Ich begann in meinem täglichen Umfeld darauf zu achten und entdeckte gar Schreckliches: im Supermarkt meines Vertrauens fand ich nicht nur kleine goldene Osterhasen im Süßwarenregal (Verfallsdatum: August 2009), sondern auch Papierservietten und neben der Obstabteilung auf einem Extratisch: Adventskalender! Ja kein Witz, die einfachen bunten Pappkalender mit den Schokoladenfiguren drin, mit dem deutschen Schriftzug „Adventskalender“.</p>
<p>Eine Freundin hatte mir erzählt: in Bangkoks Chinatown gäbe es einen Laden, der das ganze Jahr über Weihnachtsdeko anbiete. Ich bin besessen und will es selber sehen. Tatsächlich: Plastikweihnachtsbäume, Nikolausmützen, Kugeln, Sterne, alles, was man so für ein Weihnachtsfest braucht. Ich frage die Inhaberin: „Wer kauft denn im Juli bei Ihnen ein?“ Sie schaut nur kurz auf und sagt: „Leute kaufen.“ „Warum aber schon im Juli?“ will ich wissen. „Irgendwo auf der Welt ist doch immer Weihnachten!“ antwortet sie im Brustton der Überzeugung und wickelt ungerührt weiter Lametta auf.</p>
<h3>Schneeräumdienst auf Thai-Art</h3>
<p>Und ich gebe auf. Ich habe eben dann zumindest in meinem Supermarkt den Gesamtvorrat der goldenen Schokohasen aufgekauft, befreit sozusagen! Heute Abend kommen Gäste. Die Hasen gibt’s zum Dessert. Als Hauptgang habe ich Rotkohl und Gänseschenkel vorbereitet. Warum eigentlich nicht?! Ist doch schließlich Regenzeit oder so …</p>
<p>Heute morgen steht in der Zeitung dann zur Krönung nicht nur die Aufforderung, Patchworkdecken für Bedürftige im Winter zu stricken (Hallo???!!! Wir sprechen von Thailand, Südostasien, Tropen!!), sondern auch eine Werbung für den Bangkoker Schneeräumdienst. Für 8 Euro gibt es ein Jahresabo und Schneeschippen ist ein ganzes Jahr lang kein Problem mehr für mich. Desaster Preparedness ist dafür wohl der Fachausdruck aus dem entwicklungspolitischen Bereich. Aber irgendwie werde ich in diesen Tagen das Gefühl nicht los, dass ich irgendwas Entscheidendes verpasst habe … nur was?!</p>
<div id="attachment_252" class="wp-caption aligncenter" style="width: 575px"><img class="size-full wp-image-252" title="Jahres-Abo für ein Jahr Schneeschippen in Bangkok" src="http://www.media-wok.com/wp-content/uploads/2009/09/web_snow_cert_final.jpg" alt="Jahres-Abo ein Jahr Schneeschippen in Bangkok" width="565" height="398" /><p class="wp-caption-text">Jahres-Abo ein Jahr Schneeschippen in Bangkok</p></div>
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		<title>Seezigeuner in Thailand &#8211; Heimatland Meer</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2005 11:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alexandergrawe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asien Stories]]></category>
		<category><![CDATA[Drehorte]]></category>
		<category><![CDATA[TV Production]]></category>
		<category><![CDATA[Andamanensee]]></category>
		<category><![CDATA[Kameramann]]></category>
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		<category><![CDATA[Moken]]></category>
		<category><![CDATA[Regenzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Seezigeuner]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Tsunami]]></category>

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		<description><![CDATA[Fahrt zu den Surin-Inseln, 80 Kilometer vor der Westküste Thailands. Hier leben die Seezigeuner, Moken genannt &#8211; eines der letzten echten Naturvölker der Welt. Die Moken leben in Ihren Hausbooten auf dem Indischen Ozean und nur während der Regenzeit suchen sie Schutz auf den Surin Inseln. Ihr wahres Zuhause ist das Meer und deshalb ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fahrt zu den Surin-Inseln, 80 Kilometer vor der Westküste Thailands. Hier leben die Seezigeuner, Moken genannt &#8211; eines der letzten echten Naturvölker der Welt.</p>
<p>Die Moken leben in Ihren Hausbooten auf dem Indischen Ozean und nur während der Regenzeit suchen sie Schutz auf den Surin Inseln.</p>
<div id="attachment_250" class="wp-caption alignnone" style="width: 624px"><img class="size-large wp-image-250 " title="Die Hausboote der Moken" src="http://www.media-wok.com/wp-content/uploads/2009/09/75880011-1024x679.jpg" alt="Die Hausboote der Moken" width="614" height="407" /><p class="wp-caption-text">Die Hausboote der Moken</p></div>
<p>Ihr wahres Zuhause ist das Meer und deshalb ist das Leben der Moken auch so außergewöhnlich.</p>
<ul>
<li>Sie kennen das Meer so gut, dass sie den Tsunami voraussahen.</li>
<li>Moken können unter Wasser ohne Taucherbrille scharf sehen.</li>
<li>Und weil sie ständig mit ihren Booten auf dem Indischen Ozean unterwegs sind, hat ihr Eheleben ganz besondere Regeln</li>
</ul>
<p>Als am 26. Dezember 2004 der Tsunami Thailand traf wurde auch das Stelzendorf der Moken komplett zerstört. Die junge Moken-Frau Pen zeigt uns vom Boot aus einen leeren Strand:</p>
<p>„Hier stand unser Dorf. Zwanzig Hütten in drei Reihen. Die vorderen standen im Wasser. Da kann man noch die Pfähle sehen. Die Welle hat nichts übrig gelassen.“</p>
<p>Als die Welle das Dorf traf, waren die Seezigeuner aber alle schon längst nicht mehr in ihren Hütten, sondern in Sicherheit oben auf dem Berg.</p>
<p>Pa Thong ist einer der Alten, wie alt genau, weiß er selber nicht. Ihm hat der Stamm der Moken das Überleben zu verdanken.</p>
<div id="attachment_251" class="wp-caption alignnone" style="width: 624px"><img class="size-large wp-image-251 " title="Pa Thong" src="http://www.media-wok.com/wp-content/uploads/2009/09/75870022-1024x679.jpg" alt="Pa Thong" width="614" height="407" /><p class="wp-caption-text">Pa Thong</p></div>
<p>„Ich fahr zwar nicht mehr fischen, dazu bin ich schon zu alt. Aber ich kenne das Meer. Als ich gesehen habe, dass das Wasser verschwindet, hab ich allen gesagt, wir müssen jetzt rauf auf den Berg. Von oben haben wir dann drei große Wellen gesehen, die unser Dorf komplett zerstört haben.“</p>
<p>200 Moken wohnen momentan in dieser kleinen provisorisch neu gebauten Siedlung. Eigentlich sind sie Halbnomaden. Mit ihren Booten fahren sie über die Andamanensee,  bis Burma hoch und runter nach Indonesien &#8211; Tausende Quadratkilometer Raum.</p>
<div id="attachment_249" class="wp-caption alignnone" style="width: 624px"><img class="size-large wp-image-249" title="Das Dorf der Moken auf Koh Surin" src="http://www.media-wok.com/wp-content/uploads/2009/09/75870018-1024x679.jpg" alt="Das Dorf der Moken auf Koh Surin" width="614" height="407" /><p class="wp-caption-text">Das Dorf der Moken auf Koh Surin</p></div>
<p>Vor einigen Jahren entdeckte die schwedische Wissenschaftlerin Anna Gislen ein Phänomen. Mit den Kindern der Seenomaden tauchte sie um die Korallen. Die Kinder hatten ihren Spaß; immer wieder stießen sie hinab, zielgenau, brachten Kiesel vom Grund. Erst an Land merkte sie, was die Steinchen wirklich waren: winzige Muscheln! Wie hatten die Kinder das erkennen können?</p>
<p>Das menschliche Auge funktioniert normalerweise nur über Wasser, unter Wasser verliert es zwei Drittel seiner Sehfähigkeit.</p>
<p>Das liegt daran, dass unter Wasser das Licht gedämpfter ist. Normalerweise vergrößern sich deshalb die Pupillen automatisch.</p>
<p>Die Mokenkinder können aber ihre Pupille verkleinern: Wie bei einer Kamera, deren Blendenwert klein gestellt ist, erhöhen sich Tiefenschärfe und Auflösung. Bei den Mokenkindern in extremer Weise. 1,96 Millimeter &#8211; so ein kleiner Pupillenwert ist bislang für unmöglich gehalten worden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Zwei bis drei Moken-Familien teilen sich solch ein Boot und leben von dem, was ihnen das Meer gibt. Fische, Muscheln und Seegurken.</p>
<p>Nur der Monsun treibt sie jedes Jahr nach Surin, dort bieten ihnen die Hütten Schutz vor Regen und Wind. Salama ist der Häuptling der Moken:</p>
<p>„Während der Regenzeit können wir nur hier in der Bucht fischen. Da gibt es nur kleine Fische oder wir setzen uns mit einer Angel da hinten auf die Felsen!“</p>
<p>Seine Frau Mi Sia webt während der Regenzeit Strohmatten und erklärt ein bisschen das Leben der Moken, die zum Beispiel keinerlei Zeitgefühl haben.</p>
<p>„Ich habe keine Ahnung wie alt ich bin, meine Eltern konnten mir das auch nicht sagen. Das ist mit den Kindern heute auch so. Wir können sagen ob sie tagsüber oder nachts geboren wurden, aber so etwas wie Wochentage, Monate und Jahre wissen wir nicht.“</p>
<div id="attachment_253" class="wp-caption alignnone" style="width: 624px"><img class="size-large wp-image-253   " title="Kameramann koh Surin" src="http://www.media-wok.com/wp-content/uploads/2009/09/75870025-1024x679.jpg" alt="Unser Kamerateam auf koh Surin" width="614" height="407" /><p class="wp-caption-text">Unser Kamerateam auf Koh Surin</p></div>
<p>Mi Sia selbst hat neun Kinder und ihren Mann hat sie kennen gelernt, als das Boot ihrer Eltern zufällig dem Boot seiner Eltern begegnete. Seit dem ist er immer wieder zu ihr zurückgekommen, was bei den Moken nicht selbstverständlich ist.</p>
<p>„Wenn ein Mann zum Fischen raus fährt, sagt er seiner Frau wie lange er weg bleibt, also zum Beispiel 2 oder 3 Tage. Wenn er dann aber zum verabredeten Zeitpunkt nicht zurückkommt, muss die Frau 7 Tage auf ihn warten. Die anderen Männer fahren dann raus und suchen nach ihm, aber sie bleibt ihm Dorf. Und wenn er nach sieben Tagen noch immer nicht aufgetaucht ist, braucht sie nicht mehr auf ihn warten, dann kann sie sich einen Neuen suchen.“</p>
<p>Der Tsunami hat nicht nur das alte Moken Dorf, sondern auch viele der Hausboote zerstört. Die Seezigeuner nutzen die Regenzeit, um neue Boote zu bauen und warten darauf wieder zurückkehren zu können &#8211; nach hause aufs Meer.</p>
<h3>TV Production by Mediawok</h3>
<p>Sender/Format: VOX/VOXTOURS<br />
Producer/Reporter: Alexander Grawe<br />
Kameramann: Alex Naby<br />
Erstausstrahlung: 11.12.2005</p>
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