Aus Käfer wird Carrera – Bangkoks Autofälscher
Beitrag von Alexander Grawe on 12/01/08 • Kategorie Asien Stories,Drehorte
In Bangkok werden aus alten Gebrauchtwagen die neuesten Luxus-Schlitten gebaut. Eine Werksbesichtigung bei den Autofälschern.
Lachend brüllt mir dieser Thailänder ein deutsches „Grüß Gott! Wie geht’s?“ entgegen. Er schüttelt mir ganz asiatisch-untypisch die Hand und drückt dabei zu, als würde er gerade die Muttern an einem Autorad nachziehen. Ich weiß gar nicht was ich zuerst bewundern soll – die im Rohbau befindlichen Sportwagen hinter ihm oder den dichten Schnurrbart in seinem Gesicht.
Deutsche Wertarbeit
Chris Pongpitaya ist Autofälscher und gelernt hat er sein Handwerk zu einem großen Teil in Deutschland. Von 1979 bis 1990 lebte er in Stuttgart und Essen. Unter anderem arbeitete er dort für einen Porsche-Zulieferer. „In der Entwicklungsabteilung hatte ich keinen Zutritt, genau wie die Japaner die da arbeiteten haben. Die Deutschen hatten Angst, dass wir Asiaten da rumspionieren“, freut er sich. „Zurecht“, denke ich mir, als ich mich hier umschaue.
Chris ist politisch sehr engagiert – in den vergangenen Woche war er als Unterstützer der oppositionellen PAD häufig zu Demonstrationen in Bangkoks Regierungsviertel. Thailands Politik hat ihn quasi auch nach Deutschland gebracht. „Damals im Jahr 1979 war die politische Situation in Thailand sehr schlecht. Ich hab mir ein one-way-ticket nach Istanbul gekauft und bin von da aus per Anhalter nach Deutschland gereist“, erzählt Chris, „Das war mein Traum. Ich war ja schon als kleiner Junge ein Autonarr!“ Rasch hat er sich verliebt und geheiratet – mit seiner deutschen Frau hat er eine Tochter. Ein „Luk Krueng“ (wörtlich Halbkind) sagen die Thailänder dazu – ein Mischling.
In Anlehnung an diesen thailändischen Ausdruck nennen sich die Autos die Chris baut „Rot Krueng“ (wörtlich Halbauto), also Mischlingsauto. Stolz zeigt er mir sein neuestes Projekt: eine Aston Martin DB 9 Kopie. „Eigentlich ist das ein alter Opel Calibra. Aus glasfaserverstärktem Kunststoff bauen wir dann eine neue Karosserie oben drauf. Der Motor ist ein Subaru mit 150 PS. Wenn wir hier fertig sind geht es zum Polsterer und der macht das Interieur dann noch genau so wie beim Original.“ Der Original-Luxus-Sportwagen, den übrigens auch James Bond in seinem letzten Film fuhr, hat zwar 477 PS kostet aber beim thailändischen Aston Martin Händler auch 25 Millionen Baht (rund 500.000 Euro). Bei Chris zahlt man nur 600.000 Baht (rund 12.000 Euro). Und eine Zulassung hat das Auto auch, die von dem ursprünglichen Calibra nämlich. Man darf damit also ganz legal in Thailand fahren.
Lieferzeit 3 Monate
Vor zehn Jahren hat Chris seine Firma „SCHÖNES“ (sie heißt wirklich so) gegründet. Seitdem hat er fast 60 Autos gebaut. Zwischen drei und sechs Monaten muss man ab Bestellung auf die Kopie des Traumautos warten. Als Vorlage dienen ihm lediglich Fotos und Modelle. Manchmal hat er den Originalwagen noch nicht ein Mal in echt gesehen.
Außerdem beliebt sind seine „Porsche Updates“. Der Kunde kommt dann zum Beispiel mit seinem Porsche aus den Neunzigern und Chris macht in ein paar Wochen daraus optisch einen Porsche Baujahr 2008. „Das habe ich bestimmt schon fünfzig mal gemacht – total langweilig!“
Sein Traum wäre es mal den Supersportwagen AMG Mercedes CLK GTR zu kopieren. „Ich würde den aus einem C-Klasse-Mercedes machen und einen Lexus V8 Motor einbauen. Mit dem richtigen Tuning kriegt man da 600 PS raus.“ Für anderthalb Millionen Baht (30.000 Euro) könnte er so ein Auto bauen.
Andere Traumautos sind da preisgünstiger. Einen Porsche 911 baut er auf Basis eines VW Käfers für eine halbe Millionen Baht (10.000 Euro). Einen Ferrari F512TR kann er auch liefern. Kostenpunkt 600.000 Baht (12.000 Euro). Ein altes Auto als Basis braucht er dafür nicht. Er baut das Auto komplett selbst. Einziges Problem: weil kein altes Auto drin steckt, gibt es auch keine Zulassung.
Aus einem Toyota Fortuner kann er einen Hummer bauen. „Da ist ja auch das thailändische Militär bei mir Kunde!“ erzählt Chris mir stolz und ich befürchte Schlimmes. Dieses Land wird doch wohl nicht mit gefälschten Militärfahrzeugen verteidigt? Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber weil die Ersatzteile für die Fahrzeuge aus den USA geliefert werden müssen und das oft sehr lange dauert, bestellt die Armee ganz gerne auch mal kopierte Hummer-Teile aus landeseigener Produktion, wenn es dringend ist.
Seit der Werksbesichtigung bei Chris Pongpitaya betrachte ich die thailändische High-Society jetzt ganz besonders kritisch. Diese ganzen Luxuskarossen auf den VIP-Parkplätzen – kann ich nun Ahnungslosen sagen – sind doch mutmaßlich alles nur Plagiate! Aber gelegentlich ertappe ich mich dann doch bei einem Tagtraum, in dem ich mit meinem Aston Martin DB9 verblüffte Besucher am Flughafen abhole.
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Leute wen ihr mitleid um ein menschen habt,dan bitte!! Gibt mir seine adresse oder telefon nummer!Ich will ein auto bauen lassen von diesen man!Ich suche ihn seit 1 jahr lang und finde nichts,bekomme keine antworten.Komme immer auf fake seiten wo leute nur einen verarschen
.Bitte ihr habt das hier gepostet ihr habt fotos und alles mögliche von diesen Herren hir !Bitte gibt mir ein kontak nummer oder email von diesen man!! Ich wird mich herzlich bei ihnen bedanken!!! Mit freundlichen Grüßen Alexander Nicolosi